Süffiger Mirabellenlikör

Mirabellenlikör

Das schöne am Dorfleben ist ja, dass man schnell Anschluß findet. Und ganz spontan einen ganzen Eimer reife Mirabellen geschenko bekommt. Die ersten haben wir genascht. Der Geschmack ist pflaumig und sehr süß. Ich wusste zuerst nicht so richtig, was ich mit dieser riesigen Menge anfangen soll. Marmelade kam nicht in Frage, weil wir gerne herzhaft frühstücken. Aber Kuchen geht immer. Bei veganundmunter gibt es ein sehr leckeres Mirabellentarte. Aber danach war immer noch der Eimer dreiviertel voll. Es sollte etwas werden, was man weiter verschenken kann und so kam die Idee zum Likör. Definiert wird er als Spirituose mit hohem Zuckeranteil und Früchtearoma. Der Alkoholgehalt schwankt zwischen 15 und 35% Vol. *unbezahlte Werbung*

Rezept Mirabellenlikör (ca 3,5l)

Zutaten:

1,3 kg Mirabellen

250 g Zucker

700 ml Wasser

700 ml Korn/ Klarer Schnaps

Die Mirabellen werden gewaschen, habiert und die Steine entfernt. In einem großen Topf mit Zucker und Wasser für ca 15 Minuten kochen. Etwas abkühlen lassen und danach fein pürieren. Je nach Vorliebe kannst Du das Fruchtmus durch ein feines Sieb gießen oder so belassen. Ich mag die kleinen Stücken im Likör. Man hat ein bißchen etwas zu „kauen“. Zum Schluß den Korn hinzufügen, gut verrühren und über einen Trichter in Bügelflaschen füllen. Ich hatte leider keine zur Hand und habe Saftfläschen verwendet. Die Haltbarkeit ist dadurch natürlich verkürzt, aber im Kühlschrank sollte der Mirabellenlikör auch einige Zeit halten.

Mit Eiswürfeln ein sehr leckerer Drink. Aber noch lieber mag ich ihn als Cocktail. Zwei Finger breit Mirabellenlikör und den Rest mit Sekt und Mineralwasser auffüllen. Da der Likör schon sehr süß ist, empfehle ich einen trockenen Sekt. Ein schöner Sundowner.

Prost…cheers…tchin-tchin…salud…saluti…skal…kippis…santè…na zdrowie

Urban Gardening in Stuttgart

Fernsehturm in Stuttgart

Mit Urban Gardening möchte man die Natur und Gärten zurück in die Stadt holen. Jeder erdenkliche Ort wird zum Pflanzen von Gemüse und Kräutern genutzt. In Stuttgart gibt es zwei sehr erfolgreiche Projekte zum städtischen Gärtnern. *unbezahlte Werbung*

In der Nähe vom Canstatter Wasen, auf dem Gelände des ehemaligen Zollamtes, gibt es den urbanen Garten „Inselgrün“. Er gehört zur Kulturinsel Stuttgarts und ist eine kleine Oase mitten in der Großstadt. Es wird in allen möglichen Gefäßen und Hochbeeten gesät und gepflanzt. Tomaten, Kohlrabi, Paprika und verschiedene Kräuter wachsen und gedeihen unter den unterschiedlichen Helfer. Denn der Garten ist frei zugänglich und kann von jedem genutzt werden. Wer keine Möglichkeit hat selbst zu gärtnern, ist hier goldrichtig. Hier darf gegossen, Unkraut gezupft und geerntet werden. Aber auch Ruhe kann man hier finden. Ein Buch lesen inmitten des kleinen, grünen Paradieses. Wenn nicht gerade eine Kinderschar durch die Beete hüpft. Die wissbegierigen kleinen Stadtbewohner kommen mit ihren Schulklassen zu Besuch und lernen wie man mit guter Pflege, aus einem Pflänzchen eine erfolgreiche Ernte erhält. Und das Tomaten nicht im Supermarkt wachsen.

Lust zu gärtnern? Aber keine Ahnung wie man sät oder pflanzt? Es gibt immer wieder Workshops und bestimmt findet sich jemand, der Dir weiterhilft. Die aktuellen Termine findest Du auf der Facebookseite. Wir waren ganz spontan zu Besuch und wurden herzlichst begrüßt. Voller Stolz bekamen wir eine Führung durch den, zuerst chaotisch wirkenden Garten. Mit viel Liebe und Herzblut wird hier gewerkelt. Holz und Werkzeug steht zur Verfügung. Aktuell wird an Pergolas gearbeitet. Die Bewässerung der Pflanzen ist noch ein Problem, denn einen Wasseranschluß gibt es nicht. Regenwasser wird über die Werkstatt aufgefangen und wird im Hochsommer kaum reichen. An dem Problem wird getüftelt.

Man kann wohl alles zum Bepflanzen benutzen

Die Initiative zum Gärtnern und Entspannen gibt es seit 2012 und wird seit 2019 vom Institut ökologische Wirtschaftsforschung Berlin gefördert. Untersucht werden die Empfehlungen für nachhaltige und grüne Flächenplanung in Großstädten.

Das zweite Projekt ist direkt in der Innenstadt von Stuttgart, auf dem Züblin Parkhaus. Das oberste Parkdeck wird für Urban Gardening genutzt.

Urban Gardening in der Innestadt von Stuttgart

Gegründet wurde das Projekt „Ebene 0“ 2012. Das Parkhaus wird für Kunst, Kultur und auch für städtisches Gärtnern genutzt. Auch hier ist das Motto: wer hilft darf auch etwas mitnehmen. Und während ich diese Zeilen tippe, zeigt mir meine Tochter einen Zeitungsarktikel vom April diesen Jahres. Leider hat der Parkhausbetreiber den Machern des Projektes auf Ende Juni diesen Jahres gekündigt. Gegärtnert darf weiterhin. Aber auch die Zeit ist absehbar, denn das Parkhaus soll in zweieinhalb Jahren abgerissen werden. Vielleicht findet sich ein neuer Platz. Parkhäuser gibt es ja einige in Stuttgart.

Alter Engelbergtunnel

Auch vor den Toren Stuttgarts, in Leonberg, gibt es ein Urban Gardening Platz vom Naturschutzbund, NABU. Auf dem ehemaligen Engelbergtunnel nimmt eine Naturpädagogin Kindergruppen mit, um spielerisch die Natur, Umwelt und Pflanzenwelt zu erkunden. Einmal wöchentlich treffen sich die kleinen Naturfreunde und lernen etwas zu Knollen, Nistkastenpflege und Gemüse sehen. Aktuell gibt es dort eine große Ernte an Zucchini und Tomaten. Zwischendurch werden Waldexkursionen unternommen oder auch mal Müll eingesammelt. Und das im ganzen Jahr, bei jedem Wetter.

Gibt es in Deiner Stadt auch Urban Gardening Projekte? Oder hast Du zu dem Thema einen eigenen spannenden Beitrag? Dann würde ich das gerne verlinken

Bleibt gesund! Eure Gebersheimer

Der Countdown beginnt

Mit der Schlüsselübergabe fiel der Startschuss zur Renovierung. Und natürlich gab es erst einmal Probleme. Der Vorbesitzer konnte nicht wie geplant ausziehen, da der gemietete LKW, über eine große Autovermietung, nicht verfügbar war. Gebucht wurde er schon im Februar, nur dann kam Corona. Die Öffnungszeiten hatten sich verkürzt und der Sonntag war komplett gestrichen. Und so schnell war mal eben kein 7,5t LWK zu ordern. Eine andere Autovermietung war dann sehr hilfsbereit, hatte aber nur einen kleinen 3,5t zur Verfügung. Grob überschlagen, konnte der Wohnungsinhalt niemals auf die Ladefläche passen. Vermutlich waren die Umzugshelfer Tetrisspieler, denn es wurde bis unters Dach gestapelt und es war, bis auf einen kleinen Gummibaum, alles drin. Und das in einer Geschwindigkeit, die mich völlig überrascht hat. Punkt 16 Uhr war Schlüsselübergabe und wir standen in der komplett leeren Wohnung. Und das musste ich erst einmal sacken lassen. Vor Vorfreude kamen mir die Tränen. Diese Wohnung würde unser neues Zuhause werden. Familiengeschichten werden ab heute neu geschrieben. Tausend Pläne könnten endlich umgesetzt werden. Während ich noch stillschweigend den Moment genossen habe, fing unser Backfisch (veraltete Bezeichnung für Teenager) an, die Tapete von der Wand zu knibbeln. Und riss mal eben alles am Stück runter. Und das ist jetzt kein Witz: innerhalb von einer Stunde waren alle Tapeten in der Wohnung runter gerissen. Dafür hatten wir eine Woche mit Helfern eingeplant.

Ein Grund anzustoßen und zu feiern. Und mit Zollstock ( oh Sorry ich bin völlig veraltet. Das heißt fachmännisch Meterstab) die Wohnung neu zu planen. Lang gehegte Pläne wurden über Board geschmissen und neu duchdacht. Wow. Ich bin gespannt, wer am Ende noch durch sieht, welche Wand weg kommt und wo eine neue gezogen wird. Zum Schluß leben wir in einem Labyrinth. Und kommen nie wieder raus. Jetzt brauche ich erst einmal eine ordendliche Portion Schlaf.

Bleibt gesund. Eure Gebersheimer

Der Start

In drei Tagen geht es los. Dann können wir in unsere Wohnung. Ungeduldig wie ich bin, möchte ich am liebsten sofort los legen. Da wird auf dem Esstisch schon mal die optimale Stellfläche für die Möbel ausgetüffelt. Zum Glück maßstabsgetreu, denn ich hätte die Möglichkeiten überschätzt. Von unserem wenigen Mobilar muss noch einmal reduziert werden. Jeder Gegenstand, der in die Wohnung kommt, wird beim Einzug noch einmal auf Notwendigkeit geprüft.

Bevor aber überhaupt etwas in die Wohnung kommt, ist erst einmal richtig Arbeit angesagt. Die große Planung sieht neue Fußböden, Tapeten und Türen vor. Und der Lieblingsmann hat nur drei Wochen Urlaub. Ich bin leider komplett raus aus der Heimwerkergeschichte, denn innerhalb von einem viertel Jahr hatte ich drei Bandscheibenvorfälle. Zwei Operationen innerhalb kurzer Zeit und die ärztliche Anordnung, in den nächsten Wochen, nicht mehr als 1,5 kg zu heben. Jetzt nehmen wir jede Hilfe an, die wir bekommen können.

Ich freue mich so sehr auf die Wohnung. Liegt sie doch nur ein paar Meter vom Nachhaltigkeitsladen weg und ich kann öfter vorbei schauen und auch mit helfen. Sobald ich mich eingelebt habe, werde ich Euch den Laden näher vorstellen. Und ich bin gespannt auf neue Kontakte. Da wir einen Hund haben und die Gegend auf unseren Gassigehrunden erkunden werden, habe ich mir vorgenommen, jeden Tag mit zwei Menschen ins Gespräch zu kommen.

Jetzt muss ich meine Ungeduld noch etwas zügeln und wälze Kataloge, um nach passenden Ideen für kleine Wohnungen zu suchen. Die Gestaltung des Balkons liegt mir sehr am Herzen.

Bleibt gesund. Eure Gebersheimer