Über die Gebersheimer

Ende 2019 haben wir fest gestellt, dass wir so nicht weiterleben möchten. Zwei verantwortungsvolle Jobs, ein Haus mit Garten und das Hobby, mit dem Wohnmobil Europa zu entdecken, war nicht mehr unter einen Hut zu bekommen. Aus Zeitmangel gab es ungesundes Essen, ständig wurden zu viel gekaufte Lebensmittel weg geschmissen und am Ende des Tages die Unzufriedenheit, dass der Rasen wieder nicht gemäht war und sich Wäscheberge türmten. Das Vernünftigste war, dass wir uns vom Haus getrennt haben und dafür in eine Wohnung gezogen sind. Quadratmetermäßig haben wir jetzt nur noch die Hälfte zur Verfügung. Das hieß rigoros ausmisten. Und wir hatten uns ein großes Ziel gesetzt: nur mit 100 Dingen umziehen. Trommelwirbel und das haben wir geschafft. Es war sehr minimalistisch am Anfang und nach und nach überlegen wir, ob wir noch zusätzlich etwas brauchen oder doch lieber verzichten können.

Wir sind in eine großartig vernetzte Gemeinschaft gezogen, die schon länger nachhaltig lebt. Und wurden herzlich aufgenommen. Der Grundstock ist der Nachhaltigkeitsladen, der gerettete Lebensmittel anbietet. Jeder hat, zu bestimmten Zeiten, Zugang und darf sich angemessen bedienen. Optisch ist das Obst und Gemüse nicht mehr so schön wie im Supermarkt, aber das tut dem Geschmack keinen Abbruch. Die einzige Bedingung für den Zugang ist, dass man einmal im viertel Jahr putzt oder mal beim Einräumen der Lebensmittel hilft. Aber das machen wir gerne. Die Bewohner sind zusätzlich über eine Whatsapp Gruppe vernetzt. Dort kann man Dinge anbieten, die man nicht mehr braucht oder wenn man etwas Bestimmtes sucht. Es findet sich immer ein neuer Besitzer oder jemand, der helfen kann.

Nach und nach werde ich Euch berichten, wie wir uns hier einleben. Und ich würde mich riesig freuen, Tipps von anderen zu erhalten, die schon länger nachhaltig leben.

Viel Spaß beim Lesen wünschen die Gebersheimer